Vorlage:Commit messages

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Was sind gute Commit Messages und warum man diese erstellen sollte.

Commit Messages sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation und Information in einem Projekt und sollten nicht als lästiges Beiwerk betrachtet werden. Sie dienen dazu, den anderen Beteiligten und Interessenten mitzuteilen, was am Qeuellcode geändert wurde und warum es geändert wurde. Um sicherzustellen, dass diese Informationen nachhaltig, effizient und elektronisch verwertbar sind (z.B. zur Erstellung einer ChangeLog-Datei, Suchfunktionen, Dokumentation), sollten bestimmte Regeln beachtet werden.

Eine aussagekräftige Commit Message erspart anderen Beteiligten eine aufwendige Suche für jetzt und späater und erhöht die Effektivität bei der Zusammenarbeit. Sie bildet auch die Grundlage für eine gezielte Suche, insbesondere bei der Fehlersuche, die in der Regel auf Basis der Commit Messages erfolgt.

Das Schreiben einer aussagekräftigen Commit Message erfordert normalerweise nur wenige Minuten Zeit. Diese Investition kann sich jedoch später durch eine erhebliche Zeitersparnis beim Durchsuchen der History oder des Quellcodes bemerkbar machen, sodass Entwickler sich auf ihre eigentliche Tätigkeit, das Programmieren, konzentrieren können. Wenn Du bisher noch nicht in dieser Weise gearbeitet hast, lies bitte die folgenden Hinweise und überlege, ob es nicht besser wäre, es zumindest auszuprobieren.

Aufbau einer Commit Message

  • Die erste Zeile deines Commits sollte immer eine kurze Zusammenfassung aus alphanumerischen Zeichen sein, ohne einleitende Sonderzeichen. Diese Praxis gewährleistet eine saubere Historienansicht und verhindert mögliche Beeinträchtigungen von Suchfunktionen.
    • Diese erste Zeile sollte nicht mehr als 50 Zeichen umfassen. Das dient dazu, die Lesbarkeit und Konsistenz von Commit-Nachrichten zu verbessern.
      • Ein Grund dafür wäre z.B. Übersichtlichkeit. Viele Git-Tools, wie zum Beispiel Befehlszeilenschnittstellen, grafische Benutzeroberflächen oder Webbasierte Oberflächen wie GitHub usw. , zeigen Commit-Nachrichten nur in begrenzter Breite an. Mit einer maximalen Länge von 50 Zeichen bleibt genug Platz, um den Commit-Titel in einer einzigen Zeile darzustellen, ohne dass er abgeschnitten wird oder den verfügbaren Platz unnötig einnimmt. Ausserdem fördert es die Einhaltung einer einheitlichen Formatierung von Commit-Nachrichten in einem Projekt oder in der gesamten Git-Community. Daher ist dies eine anerkannte Konvention. Editoren können dabei helfen, dies einzuhalten.
    • Danksagungen für Zuarbeit oder ähnliches sollten nicht in der ersten Zeile enthalten sein!
    • Commit-IDs (egal ob Kurzform oder Langform) haben in der ersten Zeile ebenfalls nichts zu suchen. Wenn es notwendig ist, verweise bitte im erläuternden Teil der Commit-Message auf einen anderen Commit.
      • Hintergrund: Commit-IDs zeigen nur auf Commits der Historie, in welcher sie erzeugt wurden. Sobald man Commits in andere Branches übernimmt bzw. pickt oder von anderen Branches rebased, ändern sich die IDs und werden mit ziemlicher Sicherheit nutzlos. Wenn man auf einen Commit verweisen möchte, sollte man daher möglichst immer den Reintext der ersten Zeile des Commits bevorzugt als Verweis nehmen.
    • Es ist gute Praxis, die Funktion, logische Einheit oder auch eine Bugnummer gefolgt von einem Doppelpunkt der kurzen Zusammenfassung voranzustellen.
  • Die zweite Zeile bleibt immer leer!
  • Ab der dritten Zeile beginnt Deine ausführlichere Darstellung des Commits. Auch hier sollte jede Zeile nicht länger als 72 Zeichen sein (bei Texteditoren evtl. einstellbar), und für die Strukturierung kannst Du diverse Anführungszeichen wie *, -, # verwenden.
    • Schreibe Deine Nachricht in der gegenwartsbezogenen Verlaufsform!
    • Bei Revert-Commits ist es wichtig, eine klare Erklärung zu liefern, warum ein vorheriger Commit zurückgenommen wurde. Dadurch wird anderen Entwicklern und Interessierten ermöglicht, die Gründe für die Rücknahme zu verstehen.

Ein Beispiel aus der Linuxkernelentwicklung. [1]

loop: export module parameters

Export 'max_loop' and 'max_part' parameters to sysfs so user can know
that how many devices are allowed and how many partitions are supported.

If 'max_loop' is 0, there is no restriction on the number of loop devices.
User can create/use the devices as many as minor numbers available. If
'max_part' is 0, it means simply the device doesn't support partitioning.

Also note that 'max_part' can be adjusted to power of 2 minus 1 form if
needed. User should check this value after the module loading if he/she
want to use that number correctly (i.e. fdisk, mknod, etc.).


Stop hand.png HINWEIS:

Im Vi bzw. VIM lässt sich die maximale Textbreite mit

set textwidth=72

schnell und einfach auf 72 Zeichen setzen! Ein Eintrag dieser Anweisung in die ~/.vimrc veranlasst Vi bzw. VIM bei jedem Start diese Textbreite zu benutzen. Siehe auch Beispiel einer .vimrc

Tipps für Gute Commits

Die Qualität der Commit-Nachrichten spielt eine wichtige Rolle. Eine unzureichende Beschreibung kann den Eindruck erwecken, dass das Repository schlampig gepflegt wird. Selbst wenn es sich Deiner Ansicht nach um ein privates Projekt handelt, sollte man bedenken, dass die Historie öffentlich zugänglich ist und Interesse wecken kann. Insbesondere wenn man ein Repository bei renommierten Hostern betreibt, auf denen sich auch allgemein bekannte und große Softwareanbieter aus aller Welt tummeln. Wenn man nicht gewissenhaft damit umgeht, sollte man in Erwägung ziehen, das Repository lieber nicht öffentlich zu betreiben.

Buildfähigkeit behalten!

Ein Commit sollte niemals die Funktionalität des Projekts beeinträchtigen, daher gilt dies als goldene Regel. Jeder, der an dem Projekt arbeitet, sollte in der Lage sein, es auch mit deinem Commit weiterzubauen. Vergewissere dich also immer, dass deine Arbeit möglichst fehlerfrei ist, bevor du sie committest. Reverts sind dann zwar ein legitimes Mittel, aber auffällig viele zurückgenommene Commits machen auch keinen guten Eindruck und lässt eher auf mangelnde Sorgfalt schließen.

Du bist nichts besonderes!

Jeder glaubt, dass er gute Commit-Nachrichten schreiben kann, und in den meisten Fällen ist dies auch der Fall. Aber nach einer gewissen Zeit kann jeder, auch Du, nachlässig werden! Wenn Du denkst, dass Deine Commits außergewöhnlich sind, solltest Du kritisch über die letzten 100 Commits nachdenken und überlegen, wie viele davon wirklich außergewöhnlich sind. Mach es einfach mal aus Spaß und überprüfe es selbst.

Mache einfache Commits!

Dies kann wortwörtlich genommen werden: Selbst komplexe Aufgaben sollten in der Regel in einzelnen Commits erledigt werden. Jeder Commit sollte vorzugsweise ein spezifisches Problem lösen, eine neue Funktion hinzufügen oder Änderungen an einer bestimmten Datei vornehmen. Ein Commit sollte eine logische Einheit bilden, die später bei Bedarf einzeln zurückgenommen werden kann, ohne dass andere Commits betroffen sind. Dies ist besonders wichtig, wenn man automatisierte Fehlersuche mit git bisect betreibt. Finde das richtige Gleichgewicht!

Sei spezifisch und genau! Hilf es einfach zu finden!

Folgende Message hat sicherlich jeder schon gesehen oder gar selber verfasst, einige der schlechtesten aller möglichen Messages!

fixed some bugs

Wow, wer hätte das gedacht!

fix foo id

Na toll, und was war jetzt damit? Muss ich jetzt den Code aufrollen, um zu sehen warum das gemacht wurde?


Und hier der Klassiker:

fix

Super! Hier hat jemand "gewaltig Schreibenergie reingesteckt"!

Beim Verfassen der Commit-Message sollte der Autor berücksichtigen, dass die Umstände, Gründe und Lösungen für das behandelte Problem für andere möglicherweise nicht sofort ersichtlich sind. Daher ist es ratsam, eine kurze Beschreibung des Problems und der Lösung bereitzustellen, um die Nachvollziehbarkeit und Verständlichkeit der Commits zu erhöhen. Auch wenn es zunächst ein gewisser Aufwand ist, kann dies später viel Zeit und Mühe sparen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass manche Commits erst viel später überprüft oder noch nachgebessert werden müssen.

Grundsätzlich ist es niemandes Absicht, Bugs einzubauen. Daher sollte Dein Commit darauf abzielen, vorhandene Fehler zu beseitigen. Wenn Du eine größere Anzahl von Fehlern gefunden und behoben hast, solltest Du dies auch in Deiner Commit-Message vermerken und erklären, warum Du dies getan hast. Später wirst auch Du möglicherweise nach etwas suchen, über das Du nur noch vage bescheid weißt, und genau dann wird eine erfolgreiche Suche in den Commit-Messages von Vorteil sein. Schreibe daher eine Commit-Message im Satz, die das Warum zumindest andeutet, wie zum Beispiel:

Fixed bad allocations in image processing routines.

Wie bereits erwähnt, erleichtern mit abschließendem Doppelpunkt versehene thematische Einleitungen das Finden von Commits erheblich. Es empfiehlt sich, den Commit generisch einzuleiten und z.B. den Namen eines Features, eines Moduls (Funktion), eines Branches, Make-Targets, einer Implementierung o.ä. anzugeben. Ein gutes Beispiel hierfür findet sich in der Linux-Kernelentwicklung.

modulX: Fixed bad allocations in image processing routines

oder um es auf einen bestimmten Vorgang einzugrenzen:

clean up: removed unused variables. 

So kann es bei komplexen Änderungen hilfreich sein, in der Commit-Message detaillierter zu beschreiben, welche Schritte unternommen wurden, um das Problem zu lösen oder die Funktionalität zu verbessern. Hierbei sollte man jedoch nicht ins Detail verfallen, sondern die Informationen prägnant und verständlich vermitteln. Dies hilft anderen Entwicklern, die Änderung besser zu verstehen und mögliche Auswirkungen auf andere Teile des Codes zu erkennen.

Sehr nützlich kann es sein, wenn man z.B. lokal viel in Branches arbeitet und hier naturgemäß kleinere Commits macht, diese mit dem Branchnamen markiert.

Branch_cleanups modulX: removed unused variables in ...

So fällt es leichter, die Commits auch noch ohne großes darauf schauen, einem Branch zuzuordnen. Wenn der Branchname auch noch ein Thema darstellt, kann man sogar nach einem Merge in den Master-Branch Rückschlüsse auf die Herkunft ziehen, ohne die Historie genauer zu studieren.

Es wird so schnell klar, sich hierbei Gedanken um etwas Organisation zu machen. Das ist noch nicht mal viel Aufwand. Man ist zumindest sich selbst dankbar und froh darüber, ohne großen Aufwand, irgendwann mal einen Commit zu finden, der genau zu einem Problem oder Vorgang passt. Schaue Dir andere Commits an, vergleiche diese mit Deinen.

Erkläre, was Du gemacht hast, erkläre, warum Du es genau so implementiert hast!

Dass Du am Code etwas programmiert, oder was auch immer Du am Code gemacht hast, kann jeder sehen und lesen, deshalb ist es generell ok dies anzumerken, aber erkläre, warum Du die Funktionalität genau so angepasst oder implementiert hast.

Teile Auffälligkeiten und Besonderheiten mit!

Du hast etwas schönes Neues für Dein Projekt, aber da es noch so neu ist und Du nicht alle Varianten prüfen konntest oder wolltest dann teile dies mit!

Adding a special GUI Option for the new entry XY

Dies beschreibt zwar Deine Arbeit, dies aber auch nur halb. Besser ist es zu mindestens noch mitzuteilen was funktioniert und wo es noch Probleme geben könnte.

Tested a seperate GUI entry, it works for the common way,
but the function() for coloring may not working for the old models

Unterlasse unnötige Interjektion

Sorry, aber das geht garnicht!

Echt jetzt? Solche Messages sind völlig unbrauchbar und eher peinlich, oder was will uns diese Nachricht sagen? Und welchen Eindruck hinterlässt so eine Message bei interessierten Usern oder Kollegen, die sowas lesen. Wie kommt sowas in einem automatisch generiertem Changelog an, welches für einen öffentlichen Auftritt eines Projektes vorgesehen ist?

Im Eifer des Gefechts erstellte Nachrichten sind grundsätzlich kein Problem, solange aus der Nachricht klar hervorgeht, warum sie in dieser Weise formuliert wurde. Fehlerhafte Commits können immer passieren und schnell korrigiert werden. Dennoch wäre es angebracht, eine sachliche Mitteilung zu verfassen.

Stelle keine anderen Mitglieder bloß!

Solche Ansagen braucht keiner:

Fixed up heavy wrong typo, created by Beginner.
Keep crap like that out of the code base. 

Es ist wichtig, sachlich und konstruktiv zu bleiben, auch wenn man fehlerhaften Code gefunden hat. Anstatt beleidigender oder abfälliger Kommentare, sollte man sich auf das Problem konzentrieren und eine hilfreiche Lösung anbieten. Also lieber an die eigene Nase fassen, Schreibenergie besser in die eigenen Commit-Nachrichten stecken und Diskussionen auf Plattformen wie GitHub, Mailinglisten oder Möglichkeiten zum Austausch nutzen, die das Projekt ohnehin bereitstellt. Wir alle haben einmal klein angefangen, deshalb ist es besser, respektvoll und unterstützend zu bleiben. Eine bessere Commit-Nachricht könnte lauten:

Fixed wrong typo in function() that come with Revision XYZ

Arbeiten mit Cherry-Picks

Das Übernehmen von Commits aus lokalen Branches und anderen Projekten kann eine wertvolle Ressource sein, um Features oder Fehlerbehebungen in das eigene Projekt zu integrieren. Git bietet hierfür eine optimale Lösung: Du kannst bestimmte Commits aus einem Git-Branch in einen anderen Branch übertragen, ohne den gesamten Branch zu mergen. So kannst Du Änderungen aus einem anderen Branch „abholen“ und in Deinem Projekt „einsetzen“. Um Deinerseits einen erfolgreichen Austausch zu gewährleisten, ist es wichtig, dass auch Deine eigenen Commits den allgemeinen Regeln entsprechen und somit als Cherry-Picks für andere Projekte dienen können. Durch die Beachtung bereits genannter Regeln kannst Du den Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Projekten verbessern. Mit Merge Requests verhält es sich prinzipiell ähnlich.

In fremden Projekten oder Ablegern Deines Projekts kann der Zustand der Commits je nach Qualität der Arbeitsweise der dortigen Beteiligten mehr oder weniger stark schwanken. Es ist daher unerlässlich, bei der Übernahme von Commits aus anderen Repositorys sorgfältig zu prüfen, welche Änderungen übernommen werden sollen. Es kommt nicht selten vor, dass einige Commits zu schlecht sind oder Merge Requests abgelehnt werden müssen, da sie sich nicht mit der Historie Deines Projekts vertragen, sich mit lokalen Änderungen überschneiden und komplexe Konflikte verursachen können. Wenn der Commit trotzdem übernommen werden soll, ist in solchen Fällen eine sorgfältige Korrektur unumgänglich. Weitere Probleme sind oft fehlende oder stark rudimentäre Dokumentation der Commits, was es schwierig macht, den Kontext mit dem Projekt zu verstehen und zu interpretieren.

Es kann besonders ärgerlich sein, wenn man versucht, Commits von Ablegern Deines Projekts zu übernehmen, und dabei auf unsauber angelegte Forks stößt. Solche Forks wurden möglicherweise nicht direkt geklont oder ohne gemeinsame Historie initialisiert, beispielsweise indem sie nur aus einem Codearchiv heraus erstellt wurden. In solchen Fällen kann es schwierig sein, bestimmte Features zu übernehmen, wodurch man gezwungen ist, einige Codeteile „roh“ zu übernehmen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Behandlung der Autoren, da es schwieriger wird, deren Beiträge angemessen zu einzupflegen.

Das Ziel sollte es sein, eine passende Historie zu erstellen, die es ermöglicht, zukünftige Cherry-Picks ohne Konflikte zu übernehmen.

Wenn Du Commits mit Cherry-Picking übernimmst, solltest Du besonders auf die Commit-Messages achten, die Du dabei übernimmst. Hier sind einige Dinge zu beachten:

  • Konsistenz: Wenn Du Commits aus verschiedenen Branches oder Forks auswählst, achte darauf, dass die Commit-Messages in Deiner Projekt-Historie konsistent bleiben. Es ist am besten, die Terminologie und Formatierung Deines Projekts zu verwenden, um eine einheitliche Commit-Historie beizubehalten. Sind Commit-Ids in den gepickten Commits vorhanden, werden diese mit Sicherheit im eigenen Projekt unbrauchbar. Daher wird man gezwungen sein, diese anzupassen. Siehe dazu den Abschnitt Aufbau einer Commit-Message.
  • Klare Beschreibung: Stelle sicher, dass die Commit-Messages eine klare Beschreibung der Änderungen enthalten, die im Commit enthalten sind. Eine gute Commit-Message sollte Dir eine Vorstellung davon geben, welche Änderungen im Commit enthalten sind, warum sie gemacht wurden und welche Auswirkungen sie auf das Projekt haben. Sollte das im Quellcommit nicht gegeben sein, passe ihn entsprechend Deinen Konventionen an.
  • Vermeide Redundanz: Wenn Du mehrere Commits hast, die dieselben Änderungen enthalten, fasse die Änderungen in einer Commit-Message zusammen, anstatt dieselbe Message für jeden Commit zu verwenden. Dies kann dazu beitragen, die Commit-Historie sauberer und übersichtlicher zu gestalten.
  • Zusammenfassung und Details: Fehlt eine gute Commit-Message, sollte eine kurze Zusammenfassung der Änderungen sowie zusätzliche Details enthalten sein, die Dir helfen, die Änderungen besser zu verstehen. Die Zusammenfassung sollte kurz und prägnant sein, während die Details ausführlicher sein können.
  • Rückwärtskompatibilität: Wenn du Commits in einen stabilen Release-Branch zurückportierst, achte darauf, dass die Commit-Messages rückwärts kompatibel sind. (siehe auch: Aufbau einer Commit Message; Stichwort Commit ID). Stelle sicher, dass die Commit-Messages verständlich sind, auch wenn der Leser nicht mit den neuesten Änderungen im Projekt vertraut ist.
  • Autoreninformationen: In der Regel sollte man versuchen, die ursprünglichen Autoreninformationen beizubehalten, um eine angemessene Anerkennung der Arbeit der ursprünglichen Entwickler sicherzustellen. Wenn Du jedoch den Code so stark anpassen musst, dass die ursprünglichen Autoreninformationen nicht mehr sinnvoll sind, solltest Du die Autoreninformationen anpassen, um diejenigen Personen zu nennen, die den ursprünglichen Code aktualisiert oder bearbeitet haben. Es ist auch wichtig zu beachten, dass es bei der Zusammenführung mehrerer Commits zu Konflikten mit den Autoreninformationen kommen kann. In diesem Fall solltest Du die Informationen so anpassen, dass sie angeben, wer welchen Teil des gepickten Codes erstellt oder aktualisiert hat. Danksagungen allein dürften nicht ausreichen, um die Autoreninformationen korrekt zu behandeln. Die Autoreninformationen sollten möglichst im Code selbst enthalten sein und korrekt angezeigt werden, wenn der Code in ein Repository integriert wird. Das Hinzufügen von Autoreninformationen im Dateikopf oder in einer Header-Datei des Quellcodes ist eine gute Praxis, um sicherzustellen, dass die Autoreninformationen korrekt und vollständig sind.
    • Verwende Git-Tools wie Git Cherry-Pick mit der Option "-x", um sicherzustellen, dass die ursprünglichen Autoreninformationen des Commits automatisch in den Commit-Text eingefügt werden.
  • Nichts überstürzen: Es ist wichtig, bei der Entscheidung, ob man ein neues Feature aus einem Fork-Projekt sofort übernehmen soll oder nicht, vorsichtig und überlegt vorzugehen. Wenn das neue Feature noch nicht vollständig getestet wurde oder der Code noch stark fehlerhaft scheint, sollte man vorsichtig sein und warten, bis das Feature ausgereift ist. Es ist auch wichtig zu beachten, dass Fork-Projekte oft von Entwicklern oder kleinen Teams gepflegt werden, die möglicherweise andere Herangehensweisen haben. Es besteht also ein höheres Risiko für Fehler und Inkompatibilitäten. Wenn im Repository, von dem man picken möchte, auffällig viele Revert-Commits zu finden sind, sollte man definitiv vorsichtig sein. Bevor man ein neues Feature aus einem Fork-Projekt übernimmt, sollte man auch sicherstellen, dass es tatsächlich sinnvoll ist und in die eigenen Entwicklungspläne passt. Man sollte sich fragen, ob das Feature wirklich einen Mehrwert für das eigene Projekt bringt oder ob es nur eine nette Ergänzung wäre. Insgesamt sollte man vorsichtig sein und das neue Feature prüfen, bevor man es in das eigene Projekt integriert.

Kommunikation

In gewissen Situationen ist es wichtig, dass die Mitwirkenden eines Projekts in gegenseitigem Austausch stehen, um kontroverse Ansichten zu diskutieren und sicherzustellen, dass unpassende Änderungen vermieden werden. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit erfordert dabei Kommunikations- und Kompromissbereitschaft. Da nicht jeder Beteiligte über das gleiche Knowhow und den gleichen Zeitrahmen verfügt, ist es sinnvoll, die Aufgaben zu verteilen. Die Ansprechpartner ergeben sich dann relativ von selbst.

Wenn die Kommunikation ins Stocken gerät, kann es passieren, dass manche Teilnehmer dazu neigen, ungeduldig zu werden und sich entscheiden, ihr eigenes Ding zu machen, entweder spontan oder langfristig heimlich geplant. Es ist ziemlich schlechter Stil, sich als „Abtrünniger“ mittels Ghosting quasi aus dem Staub zu machen und durch mutmaßliche Kontaktverweigerung aufzufallen, da dies den Unmut der übrigen Beteiligten hervorrufen kann und langfristig niemandem hilft.

In Zeiten von Git, spielen Unterprojekte (Forks) eine gewisse Rolle, was bestimmte Vor- und Nachteile mit sich bringt. Je nach Seriosität und Wartungsgrad solcher Projekte, kann das eine wertvolle Bereicherung sein, aber gerade hier kann sich die benannte Kontaktverweigerung mit Ansage negativ auswirken und den Sinn des Ganzen kaputt machen. Man sollte daher den Zugewinn an Möglichkeiten, sich auszutauschen, nicht verspielen.

Kommunikation gegenüber Endnutzern spielt sich insofern ab, als in der Regel Fehler gemeldet werden, deren Behebung sowie Ideen und deren schnelle Umsetzung gefordert werden, jedoch gibt es dafür oft verschiedene Lösungsansätze und Zeitrahmen. Endnutzer sind naturgemäß daran interessiert, Wünsche schnell umgesetzt zu bekommen. Nutzer sehen aber oft nicht die sachlichen bzw. technischen Hintergründe. Bei gewünschten Implementierungen oder Übernahmen von Features ist es leider nicht immer mit einem einfachen Cherry-Pick aus verwandten Fork-Projekten getan, wenn dort schwer durchschaubare, unsaubere oder schlampige "Commit-Kultur" herrscht. Man sollte und kann daher nicht um jeden Preis allen Requests aus der Community bedingungslos nachkommen, nur weil dort ein nettes Feature drin ist, welches man auch gerne hätte. Übereifrige Übernahmen könnten thematische Überschneidungen in den Projekten von Kollegen verursachen und evtl. bessere Lösungsansätze kaputt machen, was zum Teil frustrierende Auswirkungen haben kann. Ständiges durchforschen, weil mal wieder nicht aus den Commits klar erkennbar ist, was diese oder jene Änderung für Hintergründe hatte, weil nicht ersichtlich wird, ob diese Funktionen fehlerfrei, Nachbesserungen geplant oder nötig sein werden, sind nur einige Negativ-Beispiele. Das kann man oft nur schwer vermitteln.

Brauchbare Lösungen und Konzepte lassen sich daher nur effektiv über Kommunikationswege vermitteln, auch hier sollte man die Wirksamkeit schlüssiger Commit-Nachrichten über Projektgrenzen hinaus nicht unterschätzen. Auch für zukünftige Dokumentationen sind diese Mitteilungen nachhaltige Informationsquellen und oft kann sich Kommunikation als Erstes um einen oder mehrere im Kontext stehende Commits entwickeln. Generell sind Commits mit aussagekräftigen Mitteilungen die erste Schnittstelle für Kommunikation und das sogar projektübergreifend. Commitmessages sollte man daher erst recht nicht vernachlässigen.

Langfristig gesehen, kann sich ein Projekt auch nur weiter entwickeln, wenn alles möglichst ausgewogen ineinander greift. Sollte man den Sinn einer Open-Source Gemeinschaft falsch verstanden haben oder der Meinung sein, sich unbedingt aus der Community hervorzutun, indem man versucht einem Projekt seinen ganz eigenen Stempel aufzudrücken, kann dies über kurz oder lang dazu führen, dass bestimmte Features, die nicht essenziell notwendig sind, gezielt gemieden werden und kein Austausch mehr erfolgt, was im Endeffekt zur völligen Inkompatibilität führen kann.

Wann comitten?

Lokal ist es ratsam, Entwicklungsschritte abgetrennt in einem Branch und einzelne Commits zu packen, auch wenn diese zu einer Gesamtaufgabe gehören sollten. Auf diese Weise kann man flexibel reverten oder weitere Branches ableiten, um Tests durchzuführen und anschließend wieder auf den ursprünglichen Branch zu rebasen. Wenn man mit dem Ergebnis zufrieden ist oder der Meinung ist, dass alles stimmig ist, kann man die einzelnen Commits zusammenfassen (z.B. mit dem Befehl git rebase -i) und als Patchsammlung verschicken oder als Entwickler den Entwicklungsbranch rebasen und in das Remote-Repo pushen."

Entwickler sollten nicht jeden lokalen Commit sofort in ein Remote-Repo pushen. Vorabtests sind angebracht. Es ist empfehlenswert, die Commits lokal zu korrigieren und auf den Stand des Remote-Repos zu rebasen, um sie linear zu halten. Auf diese Weise können potenzielle Fehler im Voraus erkannt und korrigiert werden, um häufige Revert-Commits zu vermeiden, die auf mangelnde Sorgfalt hinweisen und für alle Beteiligten ärgerlich sein können. Allerdings ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Testphase nicht zu lange dauert, um den Fortschritt nicht zu verzögern und keine wertvolle Zeit für andere Aufgaben zu verschwenden. Eine angemessene Testphase ist jedoch notwendig, um sicherzustellen, dass das Endprodukt den Anforderungen erster öffentlicher Tests entspricht.

Während der Arbeit an einer Aufgabe können auch unerwartete Fehler oder Optimierungsmöglichkeiten erkannt werden, die nicht direkt mit der aktuellen Aufgabe zusammenhängen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, die Fehler zu korrigieren oder die Optimierungen vorzunehmen, solange sie den aktuellen Stand nicht negativ beeinflussen. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass diese Änderungen in einer separaten Commit-Serie festgehalten werden, um sie später leichter nachvollziehen und verwalten zu können.

Script zum Erstellen einer ChangeLog

Wenn man die Punkte von oben beachtet kann man mit diesem kleinen Script relativ schnell eine ChangLog Datei erstellen. Das Script ist recht rudimentär und ist sicherlich ausbaufähig und z.B. nur den ChangeLog zwischen zwei Commits oder Tags zu produzieren.

#!/bin/sh
# changelog.sh
# Convert git log to GNU-style ChangeLog file.
# (C) Chris
if test -d ".git"; then
    git log --date-order --date=short | \
    sed -e '/^commit.*$/d' | \
    awk '/^Author/ {sub(/\\$/,""); getline t; print $0 t; next}; 1' | \
    sed -e 's/^Author: //g' | \
    sed -e 's/>Date:   \([0-9]*-[0-9]*-[0-9]*\)/>\t\1/g' | \
#    sed -e ‘s/\(.*\)>Date: \([0-9]*-[0-9]*-[0-9]*\)/\2 \1>/g’ | \
    sed -e 's/^\(.*\) \(\)\t\(.*\)/\3    \1    \2/g' > ChangeLog
    exit 0
else
    echo "No git repository present."
    exit 1
fi

Das ergibt dann einen solchen Output:

8< ---
Carsten Schoenert <c.schoenert_at_t-online_dot_de>     2011-07-10

   openvpn: fixing wrong position of patch call in the target
   
   ups, a poor copy paste error :-(
   
   And one forgotten warning!
   You should't use your STB as a VPN Gateway from/to the Internet!
   Every process on the box is running the root previleges, so if someone
   has taken your box he will full access to your local lan!

Stefan Seyfried <seife_at_tuxbox-git_dot_slipkontur_dot_de>        2011-07-09

   improve nfsd init script to check exports syntax

Stefan Seyfried <seife_at_tuxbox-git_dot_slipkontur_dot_de>        2011-07-09

   glibc-pkg: add libnsl to package (needed by samba)

Carsten Schoenert <c.schoenert_at_t-online_dot_de>     2011-07-10

   openvpn: new target for *the* open source VPN software
   
   In the between times some people from the dark side there some quicker
   than I and make a usable make target for openvpn. I made some little
   modification for using it in my buildsystem. I added also the opkg build
   to the target.
   
   The opkg package may be usable, i did not tested it realy! The
   start/stop functionality is yet completely not implemented! So if you
   have some ideas for the correct implementation feel free to build it.
   
   So there is to copy the client.conf.example to /etc/openvpn, or even
   testing if there is some config, the loaded kernelmodul and so on.
   
   Remind:
   !!! You need the tun.ko kernelmodul to get proper working openvpn !!!

Stefan Seyfried <seife_at_tuxbox-git_dot_slipkontur_dot_de>        2011-07-03

   add debian-on-coolstream documentation
--->8